Chinas Wachstumsschwäche: Sorgen wachsen unter globalen Konzernen

Chinas Wirtschaft hat sich in den letzten Monaten merklich abgekühlt, was Investoren an den internationalen Kapitalmärkten immer größere Sorgen bereitet. Nachdem die kommunistische Staatsführung ihre Prognose für das diesjährige Wachstum auf 7,5% reduzierte, kommen Befürchtungen auf, dass ein Platzen der Immobilienblase in urbanen Zentren wie Peking oder Shanghai kaum mehr zu verhindern ist. Andere Stimmen gehen hingegen davon aus, dass die Entwicklung kaum besser sein könnte, da Chinas Zentralbank ihre heimischen Märkte sicher schon bald mit neuer Liquidität fluten werde.

Chinas politischer Führung bleibt eigentlich kaum anderes übrig als die Inflationierung ihrer heimischen Wirtschaft fortzusetzen

Insbesondere unter westlichen Industriefirmen geht die Sorge um, dass mit einem sich deutlich abschwächenden Wirtschaftswachstum in China auch ein signifikanter Rückgang ihrer Verkäufe Hand in Hand gehen wird. Im Angesicht der globalen Finanzkrise entpuppte sich das Reich der Mitte für viele global aktive Industrieunternehmen als rettender Anker, nachdem die politische Führung des Landes ihre heimischen Märkte mit Liquidität überflutete. Die Kreditvergabe unter chinesischen Banken kletterte in diesem Zuge auf Rekordhochs, was die Nachfrage nach Immobilien, Fahrzeugen und anderen Industriegütern ankurbelte.

Die auf billigen Krediten basierende Anfachung der heimischen Nachfrage wird laut Beobachtern jedoch noch zu großen Problemen führen, wenn sich dieser Zyklus in sein Gegenteil verkehren wird. Wie heute bereits zu beobachten ist, leidet Chinas Bankenindustrie unter faulen Krediten in niemals zuvor gesehenem Ausmaß. Auch und vor allem die lokalen Gemeinden sind davon nicht ausgenommen, die einen Rekordberg an faulen Schulden vor sich herschieben.

Die in urbanen Zentren wie Peking oder Shanghai aufgepumpten Immobilienpreise gipfeln bereits in einer fulminanten Blase, die schon sehr bald platzen könnte. Was China mehr als alles andere benötigt ist ein anhaltendes Wachstum seiner Wirtschaft. Während sich ein jährliches Wachstum von 7,5% für ein Land wie Deutschland wie nach einem Schlaraffenland anhört, sieht die reale Lage in China hingegen vollkommen anders aus. Ein Wachstum von 7,5% ist laut Experten zu gering, um für eine ausreichende Schaffung von Arbeitsplätzen an den heimischen Märkten zu sorgen.

Wie sich im Angesicht des Höhepunkts der globalen Finanzkrise im Jahr 2008 zeigte, kann ein signifikanter Rückgang des ökonomischen Wachstums ganz schnell zum Ausbruch von sozialen Unruhen und Umsturzversuchen der Pekinger Regierung führen. Aus diesem Grunde erscheint der Pekinger Staatsführung die Hinnahme von Inflation sicherlich als das kleinere Übel. Wie es an den Märkten heißt, habe sich die im Zuge einer Verschärfung der Kreditvergabe durch die People´s Bank of China deutlich rückläufige Inflation nun wieder Spielraum für neue Konjunkturmaßnahmen und geldpolitische Aktionen geschaffen. Um die über 1,3 Milliarden Chinesen bei Laune zu halten, dürfte den politisch Verantwortlichen auch in der Zukunft jedes Mittel recht sein. Unter westlichen Konzernen wie Caterpillar, United Technologies oder ABB geht hingegen bereits die Angst vor deutlich einbrechenden Absätzen ihrer Produkte auf den chinesischen Märkten um.

Sollten sich die Verkäufe der westlichen Konzerne auf den chinesischen Wachstumsmärkten auch in den kommenden Quartalen als rückläufig erweisen, dürfte sich diese Situation entsprechend negativ auf die Börsenkurse der Unternehmen auswirken. Experten sind nämlich nach wie vor der Ansicht, dass ein sich reduzierendes Wachstum in China auch die Weltwirtschaft in Mitleidenschaft ziehen wird. Und mit bereits erfolgter Bestätigung für eine Double-dip Rezession in den meisten Ländern Europas könnten Börsenanalysten schon bald auf die Idee kommen, ihre Gewinnprognosen deutlich zu senken. Ein Mix aus dem in der Vergangenheit fallende Börsenkurse resultierten.