Nanu: Präsentation der Fed of Dallas zu TBTF-Banken klingt wie Bloggeranalyse

Es ist sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung, wenn unter den Mitgliedern der Federal Reserve die Erkenntnis wächst, dass man die so genannten too-big-to-fail Banken in der Zukunft zerschlagen muss. Dieser Ansicht ist nun zumindest Richard Fisher, Präsident der Fed of Dallas. Auf der Webseite seiner Institution findet sich eine interessante Analyse, aus der hervorgeht, welche finanziellen Schäden die US-Banken im Angesicht der globalen Finanzkrise für die Steuerzahler verursachten und mit welcher Geschwindigkeit der Konzentrationsprozess in der US-Bankenindustrie seit 1970 vorangeschritten ist.

Wenn der seit 1970 zu beobachtende Konzentrationsprozess unter den US-Banken anhält, werden Einschränkungen des Wettbewerbs die Folge sein

Dass sich derartige Informationen auf der Webseite einer regionalen Außenstelle der Federal Reserve finden, ist im Angesicht der Entwicklung in den vergangenen Jahren doch sicherlich recht bemerkenswert. Richard Fisher, Präsident der Fed of Dallas, preschte nun mit dem Vorschlag vor, dass auf finanzielle Mittel der Steuerzahler angewiesene Finanzinstitute in den USA seitens des Staates nur noch geholfen werden sollte, wenn dies ernsthafte Konsequenzen nach sich zöge. Dazu gehören unter anderem sowohl das Aufschnüren aller bis dahin existierenden Arbeits- und Bonusverträge als auch die Möglichkeit zu einem potenziellen Ausschluss von Vorständen aus ihren Ämtern. Unter Umständen sollen ehemalige CEOs, die eine Bank gegen die Wand gefahren haben, in der Zukunft auch mit ihrem persönlichen Vermögen zur Haftung herangezogen werden BRAVO! Warum erst jetzt diese Erkenntnis?

Darüber hinaus macht sich Fisher für eine baldige Zerschlagung der so genannten too-big-to-fail Banken stark, deren Kollaps aufgrund von deren starken Vernetzung in der Welt wahrscheinlich zu einem Zusammenbruch des globalen Finanzsystems führen würde. Diese plötzlichen Forderungen nach einer Verschärfung der Gangart gegenüber der amerikanischen Bankenindustrie kommt doch recht unverhofft, spiegelt jedoch die Mahnungen von Sheila Bair, der ehemaligen Chefin der Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC), wider.

Hier einige Erkenntnisse aus der absolut lesenswerten Analyse der Fed of Dallas. Was sich nach einem wütenden Blogger anhört, entstammt tatsächlich der Feder einer der regionalen Fed-Banken:

Plötzliche Erkenntnis der Fed of Dallas: auf jeden Boom folgt ein Bust. Jetzt müsste nur noch ergänzt werden, dass die Zentralbank selbst Verursacher dieser Zyklen ist! / Quelle: Fed of Dallas

Steuerzahler zahlten die Zeche / Quelle: Fed of Dallas

Wie die umfangreiche und lesenswerte Präsentation auf der Webseite der Fed of Dallas zeigt, ist der Konzentrationsprozess im US-Bankensektor seit 1970 mit hoher Geschwindigkeit voran geschritten. Daraus könnte eine zukünftige Bedrohung des Wettbewerbs im amerikanischen Bankensektor erfolgen. Kritiker weisen ebenfalls auf die ungerechte Bevorzugung mancher Banken durch die US-Regierung hin.

Gegenüber solide geführten Instituten sei die erteilte Bailoutzusage durch die ehemalige Regierung von George Bush für am Rande des Kollapses stehende Großbanken ein Schlag ins Gesicht gewesen. Diese Entscheidung habe klar und deutlich gemacht, dass es den too-big-to-fail Banken erlaubt sei, jedweder Art von Spekulationsgeschäften nachzugehen, ohne irgendwelche Konsequenzen fürchten zu müssen. Gehen die Wetten schief, werden die US-Steuerzahler zum Zahlen der Zeche herangezogen. Dieser Meinung ist auch Fisher, der erklärte, dass diese Vorgehensweise den Amerikanern nicht mehr zu vermitteln sei. Fed-Chef Bernanke machte in einer ersten Reaktion deutlich, dass sich die Bailouts durch das Finanzministerium und die Fed zuletzt signifikant verringert haben.

Für ihn offensichtlich Grund genug, um den Forderungen seines Kollegen Richard Fisher mit Distanz entgegen zu treten. Anderes wäre auch kaum zu erwarten gewesen.